Short answer
The answer, before the reasoning
Erstellen Sie ein vollständiges Inventar der Standorte, wesentlichen Produkte und Beschaffungsbeziehungen und ermitteln Sie anschließend die mit den bedeutendsten Biodiversitätsauswirkungen verbundenen Standorte. Verwenden Sie Daten auf Standortebene für die eigenen Tätigkeiten und die bestverfügbare geografische Genauigkeit für die Lieferkette.
Kartieren Sie die ökologische Sensibilität, direkte Einflussfaktoren, den Zustand von Ökosystemen und betroffene Ökosystemleistungen. Wenn Primärdaten nicht verfügbar sind, verwenden Sie transparente sekundäre oder modellierte Nachweise, geben Sie die Unsicherheit an und führen Sie einen stufenweisen Verbesserungsplan.
Visual des LRA Knowledge Hub — für redaktionelle Zwecke und Lernzwecke gestaltet.
Quellenbasierter Bildungsentwurf. Vor der Veröffentlichung ist die abschließende technische Freigabe durch LRA erforderlich.
ÖFFENTLICHER ARTIKEL
In der Praxis
FORMAT
| FORMAT | SPRACHE | VERSION |
|---|---|---|
| Ausführlicher Leitfaden | Britisches Englisch | 1.0 • 1 August 2026 |
Was standortspezifische Nachweise unter GRI 101 bedeuten
GRI 101 verlangt von einer Organisation nicht, eine dekorative Karte ihrer Einrichtungen zu veröffentlichen. Das Berichtsteam soll bedeutende Biodiversitätsauswirkungen mit den Orten, Tätigkeiten, Produkten und Geschäftsbeziehungen verknüpfen, durch die diese Auswirkungen entstehen. Die praktische Herausforderung ist daher nicht nur geografischer Art: Sie besteht in einer kontrollierten Nachweisführung, die Standortstammdaten, den ökologischen Kontext, die Auswirkungsbewertung, Beschaffungsinformationen, fachliche Beurteilungen und transparente Unsicherheiten umfasst.
Die robusteste Datenarchitektur beginnt mit einer vollständigen Grundgesamtheit und grenzt diese anschließend ein. Ermitteln Sie zunächst alle potenziell relevanten Standorte, Produkte, Dienstleistungen und Beschaffungsbeziehungen. Bestimmen Sie zweitens, welche davon mit den bedeutendsten tatsächlichen oder potenziellen Auswirkungen der Organisation verbunden sind. Erheben Sie drittens die für die anwendbaren GRI-101-Angaben erforderlichen Nachweise zu Standort, Einflussfaktor, Ökosystem und betroffenen Interessenträgern. Die veröffentlichten Informationen können verhältnismäßig sein, aber der interne Entscheidungsweg muss erläutern, warum bestimmte Standorte priorisiert wurden und andere nicht.
Abbildung 1. Der Datenprozess verläuft in zwei miteinander verbundenen Spuren: eigene Tätigkeiten und die Wertschöpfungskette. Beide speisen ein kontrolliertes Standortdatenregister und eine auswirkungsbasierte Auswahlentscheidung.
Schnelle Orientierung
- GILT FÜR Organisationen, die GRI 101-Daten erstellen, insbesondere standortübergreifende Gruppen an
- ZENTRALE ENTSCHEIDUNG Welche Standorte, Produkte, Dienstleistungen und Lieferkettenstandorte standortspezifische Nachweise erfordern und welches Maß an geografischer Genauigkeit vertretbar ist.
- WICHTIGSTE QUELLEN GRI 101: Biodiversity 2024, insbesondere Angaben 101-4 bis 101-8,
- HÄUFIGE VERWECHSLUNG Die Annahme, dass jeder Standort öffentlich zugängliche Koordinaten benötigt oder dass eine Ausgabenliste der Lieferanten als Nachweis für Biodiversitätsauswirkungen ausreicht.
Rule
GÜLTIGKEITSDATUM
GRI 101: Biodiversity 2024 gilt für Berichte oder sonstige Materialien, die am oder nach dem 1 January 2026 veröffentlicht werden. Frühere Biodiversitätsdatensätze und -angaben sollten daher auf ihre Kompatibilität mit der neuen standortspezifischen Architektur geprüft werden.
In der Praxis
Die fünf Nachweisfragen hinter den Angaben 101-4 bis 101-8
| Angabe | Zentrale Frage | Nachweisergebnis — Typischer Verantwortlicher |
|---|---|---|
| 101-4 | Wie hat die Organisation die Standorte und die Produkte oder Dienstleistungen in der Lieferkette ermittelt, die mit ihren bedeutendsten Biodiversitätsauswirkungen verbunden sind? | Auswahlmethode, Auswirkungsinventar, Screening-Kriterien, Priorisierungsprotokoll und Genehmigung. — Verantwortliche Person für Nachhaltigkeit mit Beiträgen aus Standorten, Beschaffung und Fachbereichen. |
| 101-5 | Wo befinden sich die relevanten Standorte und Standorte in der Lieferkette, und welche Aktivitäten oder Produkte sind mit ihnen verbunden? | Name und Standort des Standorts; Größe und Aktivitäten des Standorts; Produkt/Dienstleistung der Lieferkette sowie Land oder Rechtsordnung; höhere Präzision, sofern verfügbar. — Verantwortliche für GIS- oder Immobiliendaten; Beschaffungs- und Lieferantenmanagementteams. |
| 101-6 | Welche direkten Treiber des Biodiversitätsverlusts sind an diesen Standorten relevant? | Register der Treiber, das Änderungen der Land- oder Meeresnutzung, Ressourcenausbeutung, Verschmutzung, invasive Arten und andere relevante Treiber abdeckt; Methoden und Annahmen. — Umweltfachleute und Verantwortliche für den Betrieb. |
| 101-7 | Welche Ökosysteme sind betroffen und wie hat sich ihr Zustand verändert? | Ökosystemtyp, Ausdehnung, Zustand im Basisjahr und aktueller Zustand, Methoden, Annahmen und Einschränkungen. — Ökologe, GIS-Spezialist oder qualifizierter Umweltberater. |
| 101-8 | Welche Ökosystemleistungen und Begünstigten sind betroffen oder potenziell betroffen? | Karte der Ökosystemleistungen und Begünstigten, die ökologische Veränderungen mit Menschen, Gemeinschaften, Nutzern und wirtschaftlichen Aktivitäten verknüpft. — Teams für Biodiversität, Gemeinschaften und Menschenrechte. |
Schritt 1 — Die vollständige Grundgesamtheit der Standorte und Beschaffungsquellen erfassen
Beginnen Sie nicht mit den Standorten, die dem Nachhaltigkeitsteam bereits bekannt sind. Beginnen Sie mit kontrollierten Stammdaten. Für die eigenen Tätigkeiten sollte das Standortinventar mit Rechtsträgern, Immobilienunterlagen, Genehmigungen, Umweltmanagementsystemen, Kostenstellen der Finanzbuchhaltung und der operativen Berichterstattung abgestimmt werden. Für die Wertschöpfungskette sollte die Grundgesamtheit Produkte, Rohstoffe, Dienstleistungen und Geschäftsbeziehungen abdecken, die wesentliche Auswirkungen verursachen oder mit ihnen verbunden sein könnten, einschließlich vorgelagerter Stufen jenseits der direkten Lieferanten, sofern der Wirkungspfad dies erfordert.
In der Praxis
| Registerfeld | Warum es wichtig ist | Mindestkontrolle |
|---|---|---|
| Datensatz-ID und Version | Verhindert doppelte oder verwaiste Standorte und unterstützt die Nachverfolgung von Änderungen. | Eindeutige ID; Gültig-ab- und Gültig-bis-Daten. |
| Rechtsträger / Lieferant / Geschäftsbeziehung | Verknüpft den Standort mit der berichtenden Organisation und den Wirkungspfaden nach GRI 3. | Mit den Stammdaten der Rechtsträger und Lieferanten abstimmen. |
| Standort, Anlage, Betrieb, Mine, Route oder Beschaffungseinheit | Definiert das zu bewertende operative Objekt. | Eine stabile Bezeichnung und einen Standorttyp verwenden. |
| Aktivität, Produkt oder Dienstleistung | Erläutert den Belastungspfad, anstatt den Standort als isoliertes Risiko zu behandeln. | Kontrollierte Taxonomie und operative Beschreibung. |
| Geografische Präzision | Zeigt, ob der Datensatz ein Polygon, einen Punkt, eine Gemeinde, eine subnationale Region, ein Land oder eine Rechtsordnung darstellt. | Präzisionscode, Quelle und Vertrauenswürdigkeitsbewertung. |
| Fläche oder räumliche Ausdehnung | Unterstützt standortspezifische Berichterstattung und ökologische Analysen. | Hektar oder andere geeignete Einheit mit Methode. |
| Betriebsstatus und Zeitraum | Verhindert, dass aktive, geschlossene, erworbene oder veräußerte Standorte ohne Erläuterung vermischt werden. | Status, Erwerbs-/Veräußerungsdatum und Abdeckung des Berichtszeitraums. |
| Datenverantwortliche und prüfende Person | Macht die Nachweise pflegbar und überprüfbar. | Benannte Rolle, Prüfdatum und Freigabe. |
Rule
ABGRENZUNGSKONTROLLE
Das für die Berichterstattung verwendete Standortinventar entspricht nicht automatisch der Liste der in die Finanzkonsolidierung einbezogenen Einheiten. Biodiversitätsauswirkungen können durch Geschäftsbeziehungen außerhalb der Berichtseinheiten entstehen. Erfassen Sie die Beziehung und den Wirkungspfad auch dann, wenn die Organisation den Standort weder besitzt noch kontrolliert.
Schritt 2 — Eine belastbare räumliche Präzision auswählen und offenlegen
Die räumliche Präzision sollte sich nach dem Entscheidungsbedarf und den verfügbaren Nachweisen richten. Für einen eigenen Industriestandort kann ein Grenzpolygon aus Immobilien- oder Genehmigungssystemen verfügbar sein. Für einen landwirtschaftlichen Betrieb eines Lieferanten kennt die Organisation möglicherweise nur eine Gemeinde oder Beschaffungsregion. Die offiziellen Leitlinien von GRI 101 bevorzugen nach Möglichkeit präzisere räumliche Informationen, aber das Berichtsteam sollte keine Genauigkeit erfinden. Ein Lieferkettenstandort auf Länderebene kann ein legitimer aktueller Stand sein, wenn die Organisation die Einschränkung und den Plan zu ihrer Verbesserung erläutert.
In der Praxis
| Präzisionsstufe | Geeignete Verwendung | Risiko bei zu hoher Angabe — Verbesserungsmaßnahme |
|---|---|---|
| Polygon / Standortgrenze | Eigene oder kontrollierte Standorte mit GIS-, Kataster- oder Genehmigungsunterlagen. | Die Grenze schließt zugehörige Infrastruktur oder gemietete Flächen aus. — GIS-Ebene mit Standortstammdaten und Betriebsfläche abgleichen. |
| Punktkoordinaten | Standort bekannt, aber kein zuverlässiges Polygon verfügbar. | Ein einzelner Punkt wird als vollständiger Einflussbereich behandelt. — Koordinatenquelle erfassen und die Methode für Puffer oder Einflussbereich separat erstellen. |
| Gemeinde / subnationale Region | Standort des Lieferanten oder der Logistik auf regionaler Ebene bekannt. | Regionale Durchschnittswerte verdecken lokale ökologische Unterschiede. — Bei Beziehungen mit hoher Signifikanz Nachweise zum Lieferantenstandort anfordern. |
| Land / Rechtsraum | Ein Produkt oder eine Dienstleistung der Lieferkette ist mit einem Land verknüpft, aber derzeit sind keine detaillierteren Informationen verfügbar. | Das Risiko auf Länderebene wird mit einem Nachweis für eine spezifische Auswirkung verwechselt. — Unsicherheit offenlegen; mit Nachweisen zu Produkt, Treiber und Beschaffung kombinieren. |
| Unbekannt / unvollständig | Die Beziehung ist relevant, aber der Standort wurde noch nicht ermittelt. | Der Datensatz verschwindet aus der Bewertung. — Im Lückenprotokoll behalten; verantwortliche Person, Frist und vorläufige Screening-Methode zuweisen. |
Schritt 3 — Ökologisch sensible Standorte räumlich überlagern
Ein Standort wird erst dann für Entscheidungen nutzbar, wenn er mit dem ökologischen Kontext verglichen wird. Das Berichtsteam sollte einen kontrollierten Überlagerungsprozess einrichten, der die für GRI 101 und die geografische Verteilung der Organisation relevanten Kategorien und Datensätze abdeckt. Je nach Wirkungspfad kann dies geschützte und erhaltene Gebiete, Gebiete von besonderer Bedeutung für die biologische Vielfalt, Verbreitungsgebiete bedrohter Arten, Ökosysteme mit hoher Integrität, wichtige Süßwasser- oder Küstensysteme sowie lokal anerkannte Gebiete von ökologischer oder kultureller Bedeutung umfassen.
GIS ist wertvoll, ersetzt jedoch nicht die ökologische Beurteilung. Ein Standort außerhalb der Grenze eines Schutzgebiets kann das Gebiet dennoch durch Wasserentnahme, Verschmutzung, Fragmentierung, Zufahrtsstraßen oder nachgelagerte hydrologische Veränderungen beeinträchtigen. Umgekehrt belegt die bloße Nähe keine wesentliche Auswirkung. Das Register sollte daher drei getrennte Sachverhalte unterscheiden: den Standort der Tätigkeit, das möglicherweise betroffene ökologische Merkmal und den Mechanismus, durch den die Auswirkung eintritt.
Rule
FACHLICHE ROLLE
Eine GIS-Fachkraft kann Koordinaten, Polygone, Puffer und räumliche Verknüpfungen einrichten. Eine Ökologin oder ein Ökologe sollte Ökosystemtyp, Zustand, Empfindlichkeit und wahrscheinliche Wirkungspfade interpretieren. Fachkräfte für Gemeinschaften oder Menschenrechte können erforderlich sein, wenn Ökosystemleistungen den Lebensunterhalt, kulturelle Praktiken oder den Zugang zu Land und Wasser unterstützen.
Schritt 4 — Direkte Treiber, den Zustand von Ökosystemen und betroffene Leistungen erfassen
GRI 101 verlangt von der Organisation, über die allgemeine Aussage hinauszugehen, dass eine Tätigkeit „in der Nähe der Natur“ stattfindet. Die Nachweise sollten den Druck auf die biologische Vielfalt erläutern. Das Arbeitsregister sollte mindestens den relevanten direkten Treiber, die Angabe, ob die Auswirkung tatsächlich oder potenziell ist, die Angabe, ob sie positiv oder negativ ist, das betroffene Ökosystem, verfügbare Nachweise zum Zustand sowie die möglicherweise betroffenen Ökosystemleistungen und Begünstigten ausweisen.
In der Praxis
| Nachweisebene | Beispielhafte Datenfelder | Zentrale Prüfungsfrage |
|---|---|---|
| Direkter Treiber | Änderung der Land- oder Meeresnutzung; Ausbeutung natürlicher Ressourcen; Verschmutzung; invasive Arten; sonstiger lokal relevanter Druck. | Ist der Treiber spezifisch für die Tätigkeit und den Standort oder aus einer Branchenliste übernommen? |
| Charakter der Auswirkung | Tatsächlich / potenziell; positiv / negativ; Ausmaß, Umfang, Unumkehrbarkeit; Wahrscheinlichkeit potenzieller Auswirkungen. | Stützt der Datensatz die Schlussfolgerung zur Bedeutsamkeit gemäß GRI 3? |
| Ökosystemtyp und -ausdehnung | Terrestrisches, Süßwasser- oder Meeresökosystem; kartierte Ausdehnung; Basisjahr und laufender Berichtszeitraum. | Sind Ökosystemeinheiten und räumliche Grenzen im Zeitverlauf konsistent? |
| Zustand des Ökosystems | Felduntersuchung, Fernerkundung, Überwachungsindikatoren, anerkannte Datensätze oder modellierter Proxy. | Repräsentiert die Kennzahl tatsächlich den Zustand, und wird die Unsicherheit offengelegt? |
| Ökosystemleistungen | Wasserversorgung, Erosionsschutz, Bestäubung, kultureller Wert, Hochwasserregulierung oder sonstige relevante Leistungen. | Welche Begünstigten sind betroffen und wie wurde dies bestimmt? |
| Managementreaktion | Vermeidung, Minimierung, Wiederherstellung, Rehabilitation, Kompensation oder sonstige Maßnahmen. | Steht die Maßnahme mit der ermittelten Auswirkung und dem Standort in Zusammenhang? |
Schritt 5 — Auswirkungen vor- und nachgelagert als Nachweisprobleme behandeln
Die Analyse der Lieferkette sollte nicht bei der ersten Rechnung enden. Bei Produkten, die mit Landumwandlung, Wasserknappheit, Entwaldung, Übernutzung oder Verschmutzung verbunden sind, kann die wesentliche Auswirkung mehrere Stufen vorgelagert eintreten. Die Organisation sollte daher zunächst das Produkt und den Wirkungspfad festlegen und anschließend bestimmen, wie weit vorgelagert sie zurückverfolgen muss. Ein strategischer Direktlieferant mit geringem Einkaufsvolumen kann relevanter sein als ein Dienstleistungslieferant mit hohem Einkaufsvolumen, wenn er mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die biologische Vielfalt verbunden ist.
Auch nachgelagerte Auswirkungen können relevant sein. Die Produktnutzung, der Betrieb von Infrastruktur, die Entsorgung, Leckagen, eingeführte Arten, die Wassernutzung oder eine Landnutzungsänderung durch Kunden können wesentliche Auswirkungen verursachen. Das Register der Standortdaten kann nachgelagerte Nutzungsgeografien, Kundensegmente oder Anwendungskontexte enthalten, auch wenn keine exakten Koordinaten verfügbar sind. Die wichtige Kontrollmaßnahme besteht darin, die Schlussfolgerung als solche zu kennzeichnen und zu vermeiden, eine großräumige Marktgeografie als präzise Standortauswirkung darzustellen.
In der Praxis
Eine praktische Datenhierarchie für unvollständige Nachweise
| Ebene | Nachweisquelle | Verwendung — Behandlung der Angaben |
|---|---|---|
| 1 — Primärdaten vom Standort | Koordinaten, Polygone, Felderhebungen, Genehmigungen, Umweltmonitoring und Aufzeichnungen von Lieferantenstandorten. | Als bevorzugte Grundlage verwenden, wenn Qualität und Abdeckung ausreichend sind. — Methode, Zeitraum, Abgrenzung und Qualitätskontrollen angeben. |
| 2 — Verifizierte Daten von Lieferanten oder Dritten | Zertifizierungsunterlagen, Auditdaten, Rückverfolgbarkeitsplattformen, Fachstudien. | Nach Prüfung von Definitionen, Standortabdeckung und Aktualität verwenden. — Quelle, Abdeckung und verbleibende Lücken angeben. |
| 3 — Maßgebliche sekundäre Datensätze | Datenbanken zu Schutzgebieten und KBA, Landbedeckungsdaten, Artendaten, Daten zu Wasser und Ökosystemen. | Für Screening und, sofern angemessen, als Nachweis für die Berichterstattung verwenden. — Datum des Datensatzes, Auflösung und Einschränkungen erläutern. |
| 4 — Modellierte Daten oder Ersatzdaten | Risikomodelle für Rohstoff-Länder-Kombinationen, Fernerkundungs-Ersatzdaten, Branchenfaktoren oder Szenariomodelle. | Verwenden, wenn Primärnachweise nicht verfügbar sind und das Modell für Entscheidungen nützlich ist. — Annahmen, Unsicherheit, betroffene Datensätze und Verbesserungsplan angeben. |
| 5 — Experteneinschätzung | Dokumentierte fachliche Interpretation unvollständiger oder widersprüchlicher Nachweise. | Verwenden, um zu einer bedingten Schlussfolgerung zu gelangen, nicht um Scheingenauigkeit zu erzeugen. — Experte, Kriterien, Vorbehalt, Freigabe und Prüfdatum dokumentieren. |
Register der Standortdaten: empfohlene Struktur
Das folgende Register ist ein Umsetzungsinstrument des LRA und keine von GRI vorgeschriebene Vorlage. Es ist darauf ausgelegt, die Nachweiskette von der Auswahl des Standorts bis zur veröffentlichten Angabe zu bewahren.
In der Praxis
| Feldgruppe | Empfohlene Felder |
|---|---|
| Identität | Datensatz-ID; Unternehmen oder Lieferant; Standort/Produkt/Dienstleistung; Art der Beziehung; Betriebsstatus; Berichtszeitraum. |
| Geografie | Breiten-/Längengrad; Polygonreferenz; Gemeinde; subnationale Region; Land/Jurisdiktion; Präzisionsstufe; Raumdatenquelle; Fläche. |
| Ökologischer Kontext | Ökosystemtyp; Kategorie des sensiblen Gebiets; Entfernung oder hydrologische Verbindung; Datensatz und Datum der Extraktion. |
| Wirkungspfad | Aktivität; direkter Treiber; tatsächlich/potenziell; positiv/negativ; Beschreibung der Auswirkung; Nachweise zu Schweregrad und Wahrscheinlichkeit; Beteiligung. |
| Zustand und Dienstleistungen | Zustand im Basisjahr; aktueller Zustand; Indikator/Methode; Ökosystemdienstleistungen; Begünstigte; Nachweise aus der lokalen Gemeinschaft. |
| Datenqualität | Primär-/Sekundärdaten/modelliert; Abdeckung; Annahmen; Unsicherheitsbewertung; Formulierung der Einschränkung; geplante Verbesserung. |
| Governance | Datenverantwortlicher; fachkundiger Prüfer; Genehmigungsstatus; Speicherort der Nachweise; Aufbewahrungsfrist; Zuordnung zu Offenlegung und Inhaltsindex. |
Struktur des Lieferantenfragebogens
Ein Lieferantenfragebogen sollte nur Informationen erfassen, die dem Wirkungspfad dienen und überprüft werden können. Von jedem Lieferanten eine vollständige Biodiversitätsstudie zu verlangen, führt zu qualitativ minderwertigen Antworten und unnötigem Aufwand. Ein modularer Fragebogen ist wirksamer.
In der Praxis
| Modul | Kernfragen | Angeforderte Nachweise |
|---|---|---|
| A. Identität des Lieferanten und des Produkts | Welche Rechtsträger und Produktions- oder Beschaffungsstandorte liefern das relevante Produkt oder die relevante Dienstleistung? Welche Stufen und Subunternehmer sind beteiligt? | Lieferanten-/Standort-IDs, Produktcodes, Informationen zu den Lieferkettenstufen und verantwortlicher Ansprechpartner. |
| B. Standort | Geben Sie Standortkoordinaten oder ein Polygon an. Falls diese nicht verfügbar sind, geben Sie Gemeinde, Region und Land an und erläutern Sie die Einschränkung. | GIS-Datei, Karte, Adresse, Datensatz der Rückverfolgbarkeitsplattform oder Erklärung zur zuständigen Rechtsordnung. |
| C. Kontext von Land, Wasser und Ökosystem | Welche Land- oder Meeresnutzung, welcher Ökosystemtyp und welche nahegelegenen sensiblen Gebiete sind relevant? | Genehmigungen, Umweltprüfung, Landbedeckungskarte, Studie zu Wassereinzugsgebiet oder Ökologie. |
| D. Direkte Einflussfaktoren | Welche Änderungen der Landnutzung, Ressourcengewinnung, Verschmutzung, invasiven Arten oder sonstigen Belastungen treten auf? | Überwachungsdaten, Produktionsaufzeichnungen, Daten zur Verwendung von Chemikalien, zu Wasser und Abfällen. |
| E. Auswirkungen und Vorfälle | Welche tatsächlichen oder potenziellen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, Beschwerden, behördlichen Durchsetzungsmaßnahmen oder Wiederherstellungsbedarfe wurden festgestellt? | Folgenabschätzungen, Vorfälle, Beschwerden, Pläne für Korrekturmaßnahmen. |
| F. Zustand und Überwachung | Welche Indikatoren werden verwendet, um die Ausdehnung oder den Zustand des Ökosystems zu bewerten, und über welchen Zeitraum? | Erhebungsergebnisse, Ergebnisse der Fernerkundung, Überwachungsmethodik. |
| G. Managementmaßnahmen | Welche Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung, Wiederherstellung oder sonstige Maßnahmen werden umgesetzt, und wie wird ihre Wirksamkeit verfolgt? | Richtlinien, Pläne, Ziele, Überwachung und Nachweise zu Ergebnissen. |
| H. Datenqualität und Einwilligung | Bei welchen Daten handelt es sich um Schätzungen? Welcher Zeitraum wird abgedeckt? Dürfen Standortdaten öffentlich geteilt werden oder nur in zugangsbeschränkten Nachweisen? | Methodenhinweis, Vertrauensniveau, Vertraulichkeitskennzeichnung und autorisierte Freigabe. |
In der Praxis
Stufenplan für die Datenerhebung
| Phase | Vorrangige Maßnahmen | Ergebnis / Kontrollpunkt |
|---|---|---|
| 0–30 Tage | Gesamtheit der Standorte und Lieferanten abgleichen; vorrangige Produkte und Wirkungspfade ermitteln; Codes für die Standortgenauigkeit definieren; Prüfer für GIS und Ökologie benennen. | Abgegrenzte Grundgesamtheit, Quellenregister und Liste der Datenanforderungen für hohe Risiken. |
| 31–60 Tage | Koordinaten und Grenzen eigener Standorte erfassen; erste Überlagerungsanalysen zur Sensitivität durchführen; Länder- bzw. Regionsdaten für vorrangige Lieferketten einholen; direkte Ursachenfaktoren dokumentieren. | Erstes Register der Standortdaten und vorläufige Nachweise für GRI 101-4/101-5. |
| 61–120 Tage | Fachliche Prüfung für bedeutende Standorte in Auftrag geben; Nachweise zum Zustand von Ökosystemen und zu Begünstigten von Ökosystemleistungen ergänzen; modellierte Daten und Antworten von Lieferanten kritisch prüfen. | Geprüfte Gruppe bedeutender Standorte, Hinweis zu Einschränkungen und Entwurf der Angabe. |
| Nächster Berichtszyklus | Die Genauigkeit der Lieferantenstandorte erhöhen; die Überwachung im Feld oder mittels Fernerkundung verbessern; Akquisitionen und neue Produkte integrieren; Versionskontrolle und Auslöser für Überprüfungen automatisieren. | Plan zur Behebung von Datenmängeln, verknüpft mit Verantwortlichen, Budget und dem nächsten Angabedatum. |
Hypothetisches Beispiel — ein Lebensmittelhersteller mit unvollständiger Rückverfolgbarkeit
Das Team betrachtet das Fehlen von Koordinaten der landwirtschaftlichen Betriebe nicht als Grund, den Lieferkettenpfad auszulassen. Es dokumentiert die Beziehung zwischen Produkt und Land, die stützenden Nachweise zu Rohstoffen und Landnutzung, die aktuelle geografische Genauigkeit und die Unsicherheit. Es wählt die drei Beschaffungspfade mit der höchsten Bedeutung für die Einbindung von Lieferanten aus, fordert von strategischen Lieferanten Daten auf subnationaler Ebene und auf Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe an und beauftragt einen Ökologen mit der Prüfung der Auswirkungen der eigenen Standorte auf Wasser und Lebensräume. Der Bericht erläutert, dass die Abdeckung auf Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe unvollständig ist, und legt einen zeitgebundenen Verbesserungsplan fest.
Hypothetical scenario
VERANSCHAULICHENDES SZENARIO
Ein Lebensmittelhersteller betreibt sechs Verarbeitungswerke und bezieht Kakao, aus Palmöl gewonnene Zutaten und Verpackungen aus mehreren Regionen. Für die eigenen Werke liegen verlässliche Koordinaten vor, die Standorte des größten Teils der landwirtschaftlichen Produktion sind jedoch unbekannt. Ein Screening zeigt, dass zwei Länder, aus denen Kakao bezogen wird, und eine Palmöl-Lieferkette mit bedeutenden Auswirkungen auf Landnutzung und Ökosysteme verbunden sein können.
Illustrative only. It shows how the decision is made, not wording that can be copied or relied on.
In der Praxis
| Schwache Formulierung | Stärkere, faktenbasierte Formulierung |
|---|---|
| „Unsere Lieferanten sind weltweit ansässig und wir überwachen das Biodiversitätsrisiko.“ | „Wir haben Kakao aus Land A und Land B sowie aus Land C bezogene, aus Palmöl gewonnene Zutaten als die Lieferkettenprodukte identifiziert, die mit unseren bedeutendsten potenziellen Auswirkungen auf die Biodiversität verbunden sind. Die aktuellen Standortdaten decken für alle drei Pfade die Länderebene ab, für 62% des relevanten Einkaufsvolumens die subnationale Region und für 18% die Koordinaten der landwirtschaftlichen Betriebe. Für das Screening der direkten Ursachenfaktoren haben wir Datensätze zu Rohstoffen und Landnutzung sowie Lieferantenaufzeichnungen verwendet. Die wichtigste Einschränkung ist die unvollständige Rückverfolgbarkeit auf Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe; vorrangige Lieferanten müssen während 2027 Standortdaten bereitstellen.“ |
Häufige Fehler
• Mit einer Karte der eigenen Anlagen beginnen und Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsbeziehungen ignorieren.
• Standorte in der Lieferkette nach Ausgaben oder Lieferantengröße auswählen, ohne die Bedeutung der Auswirkungen zu prüfen.
• Exakt wirkende Koordinaten veröffentlichen, die aus einer Postleitzahl oder der Adresse des Hauptsitzes erzeugt wurden, und sie als Nachweise für Produktionsstandorte darstellen.
• Die Nähe zu einem Schutzgebiet als Nachweis einer Auswirkung behandeln, ohne die betroffene Tätigkeit, den Wirkungspfad und das betroffene ökologische Merkmal zu bestimmen.
• Einen globalen Biodiversitätsrisiko-Score verwenden, ohne die Auflösung des Datensatzes, Annahmen oder die Datensätze offenzulegen, auf die er angewendet wurde.
• Richtlinien von Lieferanten erfassen, jedoch keine Nachweise zu Standort, Ursachenfaktoren, Zustand oder Vorfällen.
• Unbekannte Standorte aus der Bewertung entfernen, anstatt sie in einem kontrollierten Lückenprotokoll zu behalten.
Rule
MYTHOS VERSUS REALITÄT
Mythos: GRI 101 verlangt für jeden Lieferanten exakte Koordinaten. Realität: Der Berichterstattungsfokus liegt auf Standorten, die mit den bedeutendsten Auswirkungen verbunden sind. Informationen zur Lieferkette können auf Länder- oder Rechtsträgerebene berichtet werden, wenn dies die bestverfügbare Genauigkeit darstellt; die Organisation sollte jedoch Einschränkungen offenlegen und die Rückverfolgbarkeit verbessern, wenn dies die Qualität der Schlussfolgerung zu den Auswirkungen beeinflusst.
Vorbereitung
Prüfliste für Reviewer
- • ☐ Das Standort- und Beschaffungsuniversum ist mit kontrollierten Daten aus dem Unternehmen und der Beschaffung abgeglichen.
- • ☐ Die Auswahl der bedeutenden Standorte und Produkte der Lieferkette lässt sich auf die Auswirkungsbewertung zurückführen.
- • ☐ Die geografische Genauigkeit ist konsistent codiert und wird nie überhöht dargestellt.
- • ☐ Die Prüfung sensibler Standorte verwendet aktuelle, dokumentierte Datensätze sowie eine fachliche Prüfung durch Spezialisten.
- • ☐ Direkte Einflussfaktoren sind mit spezifischen Aktivitäten und Standorten verknüpft.
- • ☐ Nachweise zum Zustand von Ökosystemen unterscheiden zwischen Ausgangsbasis, aktuellem Berichtszeitraum, Methode und Unsicherheit.
- • ☐ Ökosystemleistungen und ihre Nutznießer werden berücksichtigt, sofern relevant.
- • ☐ Primäre, sekundäre, modellierte und durch Experten erlangte Nachweise sind getrennt gekennzeichnet.
- • ☐ Die Antworten der Lieferanten werden auf Vollständigkeit, Plausibilität und Genehmigung geprüft.
- • ☐ Die öffentliche Formulierung nennt Abdeckungslücken und einen glaubwürdigen Verbesserungsplan.
Fazit
Eine standortspezifische Berichterstattung über Biodiversität ist keine Aufforderung zu einer perfekten globalen Rückverfolgbarkeit am ersten Tag. Sie ist eine Aufforderung zu einer disziplinierten Verbindung zwischen bedeutenden Auswirkungen und Orten. Ein glaubwürdiges System im ersten Jahr bewahrt Unbekanntes, nutzt die bestverfügbaren Nachweise, ohne die Genauigkeit zu überhöhen, bezieht GIS- und ökologische Fachkompetenz in die Prüfung ein und wandelt Datenlücken in ein stufenweise umgesetztes Erhebungsprogramm mit benannten Verantwortlichen und Terminen um.
Offizielle Quellen
Die nachstehende Quellensammlung sollte im Rahmen der Aktualisierungskontrolle vor der Veröffentlichung erneut geprüft werden. Die normativen Schlussfolgerungen in diesem Artikel basieren auf den hier aufgeführten aktuellen offiziellen Ausgaben.
1. GRI 101: Biodiversity 2024. Offizielle Anforderungen und Leitlinien zu Auswirkungen auf die Biodiversität, standortspezifischen Informationen, direkten Einflussfaktoren, dem Zustand von Ökosystemen und Ökosystemleistungen. Offizielle Quelle öffnen
2. GRI 101: Biodiversity 2024 — Frequently Asked Questions. Offizielle Klarstellung zu bedeutenden Standorten, zur geografischen Abdeckung der Lieferkette und zu Fragen der Umsetzung. Offizielle Quelle öffnen
3. GRI 3: Material Topics 2021. Offizieller Prozess zur Identifizierung und Bewertung von Auswirkungen sowie zur Bestimmung wesentlicher Themen. Offizielle Quelle öffnen
4. GRI Standards — English language. Offizieller Zugang zu den aktuellen Standards, Gültigkeitsdaten und Veröffentlichungsfassungen. Offizielle Quelle öffnen
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