GRI eröffnet öffentliche Konsultationen zu neuen Standards für den Finanzsektor
Die neuen Standards der Global Reporting Initiative (GRI) werden den Finanzsektor durch erhöhte Transparenz und die Ausrichtung der Institutionen auf wesentliche Umwelt-, Sozial- und Governance-Ziele (ESG) grundlegend verändern. Dieser Schritt wird nicht nur das Vertrauen in die Märkte stärken, sondern auch die Kapitalkosten senken und Investitionen in den Übergang zu einer kohlenstoffarmen, sozial verantwortlichen Wirtschaft fördern. Während sich die Finanzwelt anpasst, liegt die eigentliche Chance darin, wie schnell die Institutionen diese Veränderungen nutzen können, um sich als Vorreiter der nachhaltigen Entwicklung zu etablieren – ein wesentlicher Schritt zur Sicherung langfristigen Wachstums in einem zunehmend verantwortungsbewussten Markt.

Am 5. März 2025 gab die GRI den Start einer öffentlichen Konsultation zu Entwürfen neuer Branchenstandards bekannt, die speziell für den Bankensektor, die Kapitalmärkte und Versicherungsunternehmen entwickelt wurden. Die Konsultationsfrist läuft bis zum 31. Mai 2025. Alle Interessierten, einschließlich Vertretern aus Finanzorganisationen, Aufsichtsbehörden, Investoren, Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft, sind eingeladen, sich zu beteiligen. Die während der Konsultation eingegangenen Kommentare und Vorschläge helfen, die Standards im Einklang mit den praktischen Bedürfnissen des Sektors und globalen Trends der nachhaltigen Entwicklung zu verfeinern.
Im Rahmen dieses Prozesses wird die GRI auch zwei kostenlose Webinare veranstalten, in denen die Entwickler die wichtigsten Bestimmungen der Standards vorstellen, deren praktische Anwendung erläutern und Fragen der Teilnehmer beantworten. Das erste Webinar findet am 25. März 2025 um 09:00 Uhr CET statt, das zweite am 27. März 2025 um 17:00 Uhr CET.
Das Ziel der neuen GRI-Standards: Ein systematischer Ansatz zur Offenlegung von ESG-Auswirkungen durch Finanzorganisationen
Die neuen sektoralen Standards von GRI wurden entwickelt, um einen systematischen Ansatz zur Offenlegung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Auswirkungen (ESG) durch Finanzorganisationen bereitzustellen. Im Gegensatz zu thematischen Standards, die sich auf einzelne Aspekte konzentrierten, decken die neuen Dokumente das vollständige Spektrum wesentlicher Auswirkungen im Zusammenhang mit operativen Tätigkeiten, Anlagestrategien und Interaktionen mit Kunden und Partnern ab. Diese umfassende Struktur ermöglicht es Banken, Investmentfonds und Versicherungsunternehmen, nicht nur ihre eigenen ESG-Risiken zu erfassen, sondern auch die Auswirkungen ihrer Produkte, Dienstleistungen und Portfoliobeschlüsse auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt offenzulegen.
Die Rolle von Finanzorganisationen bei der nachhaltigen Transformation
Finanzorganisationen verfügen über einzigartige Hebel, um das Tempo der nachhaltigen Transformation auf globaler Ebene zu beeinflussen. Durch Kreditentscheidungen, Anlagestrategien und Versicherungsprodukte schaffen sie nachhaltige Modelle für Unternehmen verschiedener Branchen. In einem Umfeld steigender Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit werden die Anforderungen an Transparenz durch Regulierungsbehörden, Investoren und die Gesellschaft immer strenger.
In den neuen Standards wird besonderes Augenmerk auf die Offenlegung indirekter Auswirkungen gelegt, einschließlich der Scope 3 Emissionen, die den Einfluss durch Investmentportfolios, Lieferketten und Kunden widerspiegeln. Diese Daten werden bereits zu einem zentralen Indikator für die tatsächliche Nachhaltigkeit finanzieller Flüsse und tragen dazu bei, ein vollständiges Bild der ESG-Risiken zu zeichnen.
Entwicklung der Standards unter Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder
Die Entwurfsstandards wurden unter Beteiligung einer Multi-Stakeholder-Arbeitsgruppe mit 40 unabhängigen Experten entwickelt. Im gesamten Prozess wurden die Positionen von Vertretern aus Wirtschaft, Finanzintermediären, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Investoren berücksichtigt, was die Erstellung ausgewogener Dokumente ermöglichte, die praktische Anwendbarkeit mit einem hohen Maß an Transparenz verbinden. Dieser Ansatz berücksichtigt nicht nur die Erwartungen aller wichtigen Stakeholder, sondern fördert auch die Harmonisierung der Standards auf globaler Ebene.
Internationale Konsistenz der Standards für Finanzorganisationen
Die Dokumente wurden unter Bezugnahme auf international anerkannte Prinzipien und Vereinbarungen entwickelt, darunter die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, das Pariser Klimaschutzabkommen sowie das Kunming-Montreal Globale Rahmenabkommen zur Biodiversität. Zusätzlich wurde auf die Anforderungen und Bestimmungen der Principles for Responsible Banking, der Principles for Sustainable Insurance und der Principles for Responsible Investment Bezug genommen, die im Rahmen des UN Environment Programme Finance Initiative (UNEP FI) entwickelt wurden. Diese internationale Konsistenz ermöglicht es Finanzorganisationen, Berichte zu erstellen, die sowohl globale als auch nationale regulatorische Anforderungen erfüllen.
Die Bedeutung einheitlicher Standards für den Finanzsektor in Krisenzeiten
Experten heben die entscheidende Notwendigkeit einheitlicher Standards in allen Segmenten des Finanzsektors hervor, insbesondere angesichts der zunehmenden Klima- und Sozialkrisen, verschärfter Vorschriften und der Entwicklung eines globalen Rahmens für die Offenlegung von ESG-Informationen. Transparente und vergleichbare Daten sind unerlässlich, um die Nachhaltigkeit von Portfolios und Investitionsentscheidungen präzise zu bewerten. Ohne diese stehen Finanzorganisationen, Investoren, Regulatoren und Kunden vor erhöhten Risiken, da fehlende Klarheit fundierte Entscheidungen untergraben kann.
Die Zukunft der neuen GRI-Standards im Finanzsektor
Die Einführung der neuen Standards der GRI markiert einen bedeutenden Schritt für Finanzinstitute – Banken, Versicherer und Investoren – die ihre ESG-Transparenz verbessern möchten. Diese Standards ermöglichen es Organisationen, sich mit globalen Nachhaltigkeitszielen in Einklang zu bringen und sich zugleich als Vorreiter verantwortungsvoller Geschäftspraktiken zu positionieren. Indem sie verlässliche, vergleichbare ESG-Daten bereitstellen, unterstützen sie das Management langfristiger Risiken im Zusammenhang mit Klimawandel, sozialen Herausforderungen und Governance-Themen. Die Integration des Rahmenwerks der GRI wird letztlich widerstandsfähigere Finanzmodelle fördern und sicherstellen, dass Institutionen wettbewerbsfähig und relevant in einem sozial verantwortlichen globalen Markt bleiben.