London Reporting Academy - Logo
04 Mar 2025
Nachrichten

US-Banken reduzieren DEI-Verpflichtungen angesichts politischer und regulatorischer Veränderungen

US-Banken wie Bank of America, Citi und Wells Fargo reduzieren ihre DEI-Bemühungen als Reaktion auf politischen und regulatorischen Druck. Sie ersetzen dabei mutige DEI-Formulierungen durch allgemeinere Begriffe und justieren ihren Ansatz neu. Die zentrale Frage ist nun, wie sie Inklusivität mit dem sich verändernden politischen und geschäftlichen Umfeld in Einklang bringen werden – etwas, das in den kommenden Monaten genau zu beobachten ist.


Führende US-Banken, darunter Bank of America (BofA), Wells Fargo, Citi und JPMorgan Chase, haben in ihren jüngsten regulatorischen Meldungen die Verweise auf Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion (DEI) deutlich reduziert. Dieser Wandel markiert eine strategische Neuausrichtung, getrieben durch zunehmende politische Kontrolle und sich wandelnde regulatorische Rahmenbedingungen, insbesondere im Hinblick auf die Haltung der Regierung Trump zu Unternehmensdiversitätsrichtlinien.

Wandel bei Bank of America

In ihrem neuesten 10-K-Bericht hat BofA die Rubrik "Diversity and Inclusion" durch die allgemeinere Kategorie "Talent, Inclusion and Opportunity" ersetzt. Darüber hinaus wurden explizite Verweise auf DEI-Initiativen ausgelassen, einschließlich Erwähnungen ihres Global Diversity and Inclusion Council, der jetzt in "Global Opportunity and Inclusion Council" umbenannt wurde. Demografische Mitarbeiterdaten, früher unter "Diversity Metrics" geführt, werden nun als "Workforce Data" bezeichnet.

Dieser strategische Schritt steht im Einklang mit den Exekutivverordnungen der Trump-Administration, die Vielfalt-bezogene Mandate für Regierungsauftragnehmer einschränken; BofA fällt in diese Kategorie. Die Bank hat außerdem beschlossen, keine aspirativen DEI-bezogenen Einstellungsziele mehr zu setzen oder vielfältige Kandidatenauswahlen für Stellenangebote zu verlangen. Auch Citi hat seine DEI-Strategie angepasst, wobei CEO Jane Fraser sich entschied, formelle DEI-bezogene Einstellungsziele zu streichen.

Wells Fargo und andere Institutionen ziehen nach

Wells Fargo hat ähnliche Änderungen vorgenommen und Verweise auf die jährliche Überprüfung der Lohngleichheit gestrichen, die zuvor die Vergütung von Frauen und unterrepräsentierten Gruppen mit der ihrer Kollegen verglichen hat. Obwohl die demografischen Daten der Belegschaft weiterhin offengelegt werden, hat die Bank ihre DEI-Verpflichtungen umformuliert und konzentriert sich nun stärker darauf, ein inklusives Arbeitsumfeld zu fördern, anstatt auf spezifische Diversity-Initiativen.

Auch andere bedeutende Banken, darunter Capital One, U.S. Bank und Truist, haben ihre DEI-Verpflichtungen zurückgefahren. Truist hat beispielsweise seinen Abschnitt "Teammate Diversity" in "Teammate Composition" umbenannt, was eine weitere Verschiebung in ihrem Ansatz zu Diversity-Initiativen signalisiert.

Der breitere Wandel in der Unternehmensstrategie

Diese Reduzierung der DEI-Verpflichtungen unterstreicht einen breiteren Trend in der Finanzbranche, der eine verstärkte politische und rechtliche Prüfung von unternehmerischen Diversitätsprogrammen widerspiegelt. Während sich Banken an ein zunehmend polarisiertes regulatorisches Umfeld anpassen, justieren sie ihre Strategien, um die Einhaltung aktueller Vorschriften mit der Wahrung ihres Rufs und der Mitarbeiterbindung in Einklang zu bringen.

Trotz dieser Anpassungen hat BofA-CEO Brian Moynihan betont, dass die Bank weiterhin bestrebt ist, Inklusion zu fördern, und verweist auf Bemühungen, Talente aus einkommensschwächeren Gemeinschaften zu rekrutieren. Seine Äußerungen auf einer jüngsten Veranstaltung des Economic Club vermieden jedoch bemerkenswerterweise spezifische Verweise auf DEI-Richtlinien und hoben stattdessen breitere Chancen für die Belegschaft hervor.

Auswirkungen für die Zukunft

Die Verringerung der DEI-Sprache und -Verpflichtungen hat langfristig erhebliche Auswirkungen auf den Finanzsektor. Während Banken ihre Ansätze zur gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung anpassen, müssen Geschäftsleitungen und Investoren die umfassenderen Auswirkungen auf das Unternehmensimage, die Mitarbeitermotivation und die operative Effizienz berücksichtigen. Der Trend lenkt außerdem die Aufmerksamkeit auf den steigenden Bedarf von Unternehmen, den Wert von DEI-Programmen angesichts zunehmender regulatorischer Prüfungen neu zu bewerten.

Für Unternehmen, die sich in diesem sich wandelnden Umfeld zurechtfinden, ist es essenziell, flexibel und reaktionsfähig gegenüber dem sich entwickelnden politischen Klima zu bleiben und gleichzeitig ein inklusives und effektives Arbeitsumfeld zu fördern. Dieser Trend könnte einen Wendepunkt markieren, wie DEI-Initiativen umgesetzt werden, mit wachsendem Schwerpunkt auf den greifbaren Vorteilen sowohl für die Belegschaft als auch für das finanzielle Ergebnis.

London Reporting Academy - Logo