Britische Unternehmen haben bis 2027 Zeit, Netto-Null-Überlegungen in ESOS-Prüfungen einzubeziehen
Britische Unternehmen, die am Energy Savings Opportunity Scheme (ESOS) teilnehmen, haben aufgrund einer pandemiebedingten Verzögerung der Phase 4 bis 2027 Zeit, Netto-Null-Überlegungen in ihre Prüfungen einzubeziehen. Die Environment Agency empfiehlt die freiwillige Aufnahme von Netto-Null-Maßnahmen in die Berichte der Phase 4 und hat neue Standards eingeführt, um diesen Übergang zu unterstützen. Experten schlagen vor, dass trotz der Verzögerung Unternehmen jetzt handeln sollten, um globalen Nachhaltigkeitstrends voraus zu sein und Rückstände zu vermeiden.

Die britische Environment Agency hat bestätigt, dass Unternehmen, die am Energy Savings Opportunity Scheme (ESOS) teilnehmen, nicht verpflichtet sind, Netto-Null-Überlegungen in ihre Prüfungen bis 2027 einzubeziehen. Diese Verzögerung ist auf Rückschläge bei der Umsetzung der Gesetzgebung und Empfehlungen der Phase 3 zurückzuführen, die durch die Pandemie beeinträchtigt wurden. Infolgedessen wurden die Anforderungen bezüglich Netto-Null auf die Phase 5 von ESOS verschoben, die von 2027 bis 2031 läuft.
Neuer Zeitplan und Änderungen für Unternehmen
Unternehmen, die ESOS durchlaufen (typischerweise Großunternehmen), werden weiterhin ihren gesamten Energieverbrauch bewerten, energieintensive Prozesse identifizieren und nach Einsparpotenzialen suchen. Ursprünglich wurde erwartet, dass Phase 4 verbindliche Netto-Null-Anforderungen enthält, doch diese wurden nun verschoben. Das bedeutet, dass Unternehmen ihre langfristigen CO2-Reduktionsstrategien nicht vor Phase 5 an die gesetzlich verbindlichen Klimaziele des Vereinigten Königreichs anpassen müssen.
Die Environment Agency ermutigt Unternehmen, Netto-Null-Überlegungen freiwillig in ihre Berichte der Phase 4 aufzunehmen. Um dies zu erleichtern, hat die britische Regierung in Zusammenarbeit mit der British Standards Institution (BSI) zwei öffentliche Spezifikationen (PAS) als Orientierungshilfen entwickelt. PAS 51215-1:2025 legt einen Rahmen für integrierte Energie- und Dekarbonisierungsanalysen fest, während PAS 51215-2:2025 die Kompetenzen definiert, die von Fachleuten und Teams für diese Bewertungen erforderlich sind.
Überarbeitete Anforderungen für Phase 4 und Änderungen in der Berichterstattung
Neben der Verzögerung der Netto-Null-Anforderungen gibt es mehrere weitere Änderungen für Phase 4. So sind beispielsweise Display Energy Certificates (DEC) und Green Deal Assessments (GDA) nicht länger gültige Nachweismethoden. Unternehmen müssen zudem ihren Fortschritt bei Aktionsplänen dokumentieren und nicht erfüllte Verpflichtungen begründen. Außerdem wurde der Vorschlag abgelehnt, die ESOS-Qualifikationsschwellen an die Anforderungen des Streamlined Energy and Carbon Reporting (SECR) anzupassen, sodass die bisherigen Qualifikationskriterien für Phase 4 bestehen bleiben.
Schlussfolgerungen und Auswirkungen auf Unternehmen
Durch die Verzögerung der Netto-Null-Anforderungen haben britische Unternehmen mehr Zeit, ihre Strategien auf neue Klimaziele auszurichten. Dies bedeutet jedoch auch, dass die Anpassung langfristiger CO2-Reduktionspläne an die verpflichtenden Klima-Ziele des Vereinigten Königreichs verschoben wurde. Die Empfehlung, Netto-Null-Überlegungen freiwillig in die Berichterstattung der Phase 4 einzubeziehen, überlässt den Unternehmen eine Wahl, die entweder einen Anreiz für Führungsrollen in puncto Nachhaltigkeit darstellt oder zusätzlichen Druck für jene bedeutet, die noch nicht bereit für diese Änderungen sind.
James Smith, Experte für nachhaltige Entwicklung bei der Carbon Trust, betonte, dass die Verlängerung der Netto-Null-Frist Unternehmen zwar mehr Zeit zur Anpassung gibt, gleichzeitig aber die Notwendigkeit unterstreicht, nachhaltige Praktiken sofort zu integrieren. Er warnte davor, dass verzögertes Handeln dazu führen könnte, dass Unternehmen hinter globalen Trends zurückbleiben und einen Wettbewerbsnachteil erleiden.
Britische Unternehmen müssen weitere Aktualisierungen im Rahmen von ESOS und anderen Umweltinitiativen genau verfolgen, um Risiken zu minimieren und neue Chancen bei der Dekarbonisierung optimal zu nutzen.