SEBI verschiebt verpflichtende ESG-Berichterstattung für Wertschöpfungsketten auf 2026
SEBI hat die verpflichtenden ESG-Offenlegungspflichten für die Wertschöpfungsketten börsennotierter Unternehmen um ein Jahr verschoben und die Frist auf das Geschäftsjahr 2026 verlegt. Diese Verzögerung gibt den Unternehmen mehr Zeit, um die Anforderungen des Business Responsibility and Sustainability Reporting (BRSR)-Rahmens zu erfüllen. Bis dahin bleibt die ESG-Berichterstattung freiwillig, was den Unternehmen eine effektive Vorbereitung ermöglicht. Die neuen Regelungen führen zudem vereinfachte Offenlegungsprozesse ein, einschließlich einer Begrenzung des Umfangs der erforderlichen Informationen, wobei der Fokus auf Schlüsselpartnern liegt, die für 2 % oder mehr der Beschaffung oder des Verkaufs des Unternehmens verantwortlich sind.

Im Dezember 2024 hat Indiens Marktregulierer SEBI beschlossen, die Frist für verpflichtende ESG-Offenlegungen für die Wertschöpfungsketten börsennotierter Unternehmen um ein Jahr zu verschieben. Die neuen Anforderungen treten ab dem Geschäftsjahr 2026 in Kraft. Dadurch erhalten Unternehmen und ihre Wertschöpfungskettenpartner mehr Zeit, sich an die Standards des Business Responsibility and Sustainability Reporting (BRSR) anzupassen. Bis dahin bleibt die Einhaltung der ESG-Anforderungen freiwillig und ersetzt den bisherigen "Comply or Explain"-Ansatz.
Diese Entscheidung ist Teil von SEBIs umfassenderen Bemühungen, die Geschäftstätigkeit zu erleichtern und die schrittweise Einführung von ESG-Standards zu fördern. Auf seiner jüngsten Sitzung genehmigte der Vorstand von SEBI zudem mehrere Aktualisierungen, die darauf abzielen, die Offenlegungsprozesse zu vereinfachen und die administrative Belastung für Unternehmen zu reduzieren.
Wesentliche Änderungen, die von SEBI eingeführt wurden
- Verschiebung der obligatorischen Fristen:
Verpflichtende ESG-Offenlegungen für die Wertschöpfungskette werden auf das Geschäftsjahr 2026 verschoben (bisherige Frist 2024–2025). Die Verpflichtung zu Drittparteien-Bewertungen oder Prüfungen wird auf das Geschäftsjahr 2026–2027 verschoben; - Beschränkung des Offenlegungsumfangs:
Unternehmen müssen nur Informationen über wesentliche Wertschöpfungskettenpartner offenlegen, die 2 % oder mehr der Gesamtbeschaffung oder des Gesamtverkaufs ausmachen. Offenlegungen können auf 75 % des Gesamtwerts von Beschaffung und Verkauf begrenzt werden; - Erleichterte Anforderungen:
Im ersten obligatorischen ESG-Offenlegungsjahr ist die Angabe von Daten des vorangegangenen Geschäftsjahres nicht erforderlich; - Zusätzliche Leadership-Indikatoren:
Ein neuer Leadership-Indikator gemäß BRSR-Prinzip 6 verpflichtet zur Offenlegung grüner Kredite, die das Unternehmen und seine wesentlichen Wertschöpfungskettenpartner erhalten oder erworben haben.
Auswirkungen für Unternehmen
Experten begrüßten den stufenweisen Ansatz von SEBI. Smita Shetty, Regionaldirektorin von Achilles Information für den asiatisch-pazifischen Raum, hob hervor, dass diese Maßnahmen einen ausgewogenen Übergang zur verpflichtenden ESG-Berichterstattung sicherstellen und es Unternehmen ermöglichen, sich auf die Vorbereitung und die Umsetzung nachhaltiger Praktiken zu konzentrieren.
Dipankar Ghosh, Partner und Leiter Nachhaltigkeit und ESG bei BDO India, stellte fest, dass der Zugang zu Daten der Wertschöpfungskette weiterhin eine globale Herausforderung darstellt. Die Entscheidung von SEBI ermöglicht es Unternehmen nicht nur, die Anforderungen zu erfüllen, sondern auch ESG-Prinzipien in die Praxis zu integrieren und dadurch die Resilienz ihrer Lieferketten zu stärken.
Schlussfolgerungen
Die schrittweise Einführung der verpflichtenden ESG-Berichterstattung schafft flexiblere Bedingungen für Unternehmen und verringert den administrativen Aufwand. Gelockerte Anforderungen bieten Unternehmen die Möglichkeit, sich an neue Standards anzupassen, ohne das Risiko einer Nichteinhaltung.
Die Begrenzung des Offenlegungsumfangs macht den Prozess überschaubarer, während der Fokus auf wesentlichen Umwelt- und Sozialfaktoren beibehalten wird. Diese Änderungen spiegeln das Engagement von SEBI wider, ein nachhaltiges Geschäftsumfeld zu fördern, das die langfristige Entwicklung ganzer Wertschöpfungsketten unterstützt.