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28 Apr 2025
Nachrichten

GRI Entwurf Arbeits-Themenstandards: Fokus auf Familienverantwortung und Ausbildung

Im Zuge der Aktualisierung der Arbeits-Themenstandards von Global Reporting Initiative (GRI) werden bedeutsame Änderungen eingeführt, um die Berichterstattung von Organisationen über Schulungen und Ausbildung sowie familienverantwortliche Politik zu verbessern. Diese Überarbeitungen legen den Fokus auf die Wirksamkeit von Personalentwicklungsinitiativen und die Unterstützung von Mitarbeitenden mit familiärer Pflegeverantwortung.


Labour Rights

Ende April 2025 endet die öffentliche Konsultation zu den aktualisierten Arbeits-Themenstandards der Global Reporting Initiative (GRI). Die revidierten Entwürfe sollen die bisherigen Standards GRI 401: Beschäftigung 2016 und GRI 404: Schulung und Ausbildung 2016 ablösen und führen neue Rahmenwerke ein, die die Qualität und Transparenz der Berichterstattung über familienverantwortliche Politiken sowie Schulungen und Ausbildungen für Mitarbeitende verbessern sollen. Diese Änderungen spiegeln einen verstärkten Fokus auf soziale Nachhaltigkeit wider, insbesondere hinsichtlich des Mitarbeiterwohlbefindens, der Personalentwicklung und der Effektivität von Personalinitiativen.

Entwurf Schulung und Ausbildung: Wichtige Aktualisierungen

Der Entwurf für den Schulungs- und Ausbildungsthemenstandard soll GRI 404: Schulung und Ausbildung 2016 ersetzen und bringt bedeutende Neuerungen mit sich, wie Organisationen ihre Schulungsrichtlinien, die Inhalte der angebotenen Schulungen sowie die Gesamtergebnisse dieser Initiativen berichten. Das Hauptziel besteht darin, die Wirkung der Schulungen zu fokussieren und nicht lediglich das Volumen der durchgeführten Schulungen zu erfassen. Diese Verschiebung entspricht dem wachsenden Bedarf von Organisationen, die Wirksamkeit ihrer Personalentwicklungsprogramme nachzuweisen.


TRED

Quelle: Entwurf des Schulungs- und Ausbildungsthemenstandards

GRI 404

Quelle: GRI 404: Schulung und Ausbildung 2016


Berichterstattung über Schulungsrichtlinien (Offenlegung TRED 1)

Im aktualisierten Rahmen verlangt Offenlegung TRED 1, dass Organisationen umfassende Angaben zu ihren Schulungs- und Ausbildungspolitiken machen. Die wesentlichen Bestandteile dieser Offenlegung umfassen:

  • Ziele von Schulungen und Ausbildungen: Unternehmen müssen die Ziele ihrer Schulungsprogramme klar definieren, zum Beispiel die Förderung spezifischer Mitarbeiterkompetenzen oder die Steigerung des Mitarbeiterengagements.
  • Ermittlung des Schulungsbedarfs: Organisationen sind nun verpflichtet, darzulegen, wie sie Schulungsbedarfe bewerten und identifizieren, um sicherzustellen, dass die Schulungen sowohl auf die Entwicklung der Mitarbeitenden als auch auf die Ziele der Organisation abgestimmt sind.
  • Geltungsbereich für Mitarbeitende: Dies umfasst die Angabe, welche Mitarbeitergruppen (z. B. Vollzeit-, Teilzeit-, Zeitarbeitnehmer) von der Schulungspolitik umfasst sind und gegebenenfalls die Erklärung, warum bestimmte Kategorien ausgeschlossen sein könnten.
  • Förderung der Teilnahme: Organisationen müssen erklären, wie sie die Teilnahme an Schulungen anreizen und fördern, um sicherzustellen, dass Mitarbeitende motiviert sind, an diesen Initiativen teilzunehmen.

Diese Offenlegung verlagert den Fokus von der bloßen Berichterstattung über Schulungsstunden hin zu einem umfassenderen Verständnis darüber, wie Schulungsentscheidungen mit den übergeordneten organisatorischen Zielen in Einklang stehen.

Arten und Inhalte der Schulung (Offenlegung TRED 2)

Offenlegung TRED 2 konzentriert sich auf die Arten und Inhalte der von der Organisation angebotenen Schulungen und erweitert die vorherigen Standards, indem Organisationen verpflichtet werden, Folgendes anzugeben:

  • Beschreiben Sie die Arten und Inhalte der Schulung, die sowohl Mitarbeitenden als auch Arbeitnehmenden, die keine Mitarbeitenden sind (z. B. Auftragnehmer, Teilzeitkräfte), angeboten wird. Dies stellt sicher, dass Schulungen für die gesamte Belegschaft zugänglich sind, insbesondere für Arbeitnehmende, die in der Vergangenheit möglicherweise keinen Zugang zu Schulungsmöglichkeiten hatten.
  • Erläutern Sie, wie Schulung und Ausbildung den Übergang zur Arbeit unterstützen, einschließlich Programme für neue Mitarbeitende, Berufswechsel innerhalb des Unternehmens oder Umschulungsinitiativen.

Diese Änderung betont, dass Schulung nicht nur als prozedurale Notwendigkeit betrachtet werden sollte, sondern einen klaren Zweck haben muss, Mitarbeitende beim Übergang und Wachstum in ihrer Karriere zu unterstützen – unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus.

Abgeschlossene Schulungen und Ausbildungen (Offenlegung TRED 3)

Offenlegung TRED 3 verlangt von Unternehmen, über die Abschlussquoten von Schulungs- und Ausbildungsinitiativen zu berichten, wobei die Daten aufgeschlüsselt werden nach:

  • Mitarbeiterkategorie (Vollzeit, Teilzeit, befristet).
  • Geschlecht, um sicherzustellen, dass Schulungsmöglichkeiten allen Mitarbeitenden gleichermaßen zugänglich sind, unabhängig vom Geschlecht.
  • Durchschnittliche absolvierte Schulungsstunden, einschließlich einer Aufschlüsselung nach Inhaltstyp und Einsatzort.

Diese Anforderung verlagert den Fokus von der bloßen Erfassung der in Schulungen verbrachten Stunden hin zur Messung des Abschlusses und der Zugänglichkeit dieser Schulungsprogramme für verschiedene Mitarbeitendengruppen, was Organisationen hilft, Inklusivität in ihren Lerninitiativen nachzuweisen.

Schulungsergebnisse und Wirksamkeit (Offenlegung TRED 4)

Schließlich führt Offenlegung TRED 4 einen Fokus auf die Ergebnisse und Wirksamkeit von Schulungsinitiativen ein. Organisationen müssen berichten über:

  • Die Ergebnisse der Schulung: Von Unternehmen wird erwartet, dass sie die greifbaren Ergebnisse der Schulung erklären, wie z. B. Verbesserungen der Fähigkeiten, Leistungssteigerungen oder langfristige Mitarbeiterbindung.
  • Effektivitätsevaluation: Organisationen müssen bewerten, wie gut ihre Schulungsprogramme ihre Ziele erreicht haben. Dies kann Umfragen, Rückmeldungen von Teilnehmern oder Leistungskennzahlen umfassen, um zu beurteilen, ob die Schulung die gewünschten Ergebnisse erzielt hat.

Diese Offenlegung unterstreicht die Bedeutung der Messung der Wirkung von Schulungsprogrammen, nicht nur ihres Umfangs, und steht im Einklang mit den umfassenderen Zielen der Qualifikationsentwicklung der Belegschaft und des Organisationserfolgs.

Entwurf eines Topict Standards für Arbeitende Eltern und Pflegepersonen: Wichtige Neuerungen

Der Entwurf des Topict Standards für Arbeitende Eltern und Pflegepersonen soll GRI 401: Beschäftigung 2016 ersetzen und führt einen umfassenderen Ansatz zur Berichterstattung über Arbeitnehmer mit familiären Verpflichtungen ein. Dieser aktualisierte Standard legt den Fokus auf die zunehmende Bedeutung von familienbezogenen Freistellungsregelungen und wie Organisationen arbeitende Eltern und Pflegepersonen besser unterstützen können.


PARE

Quelle: Der Entwurf des Topict Standards für Arbeitende Eltern und Pflegepersonen

GRI 401

Quelle: GRI 401: Beschäftigung 2016

Berichterstattung über Richtlinien zum Elternurlaub (Offenlegung PARE 1)

Offenlegung PARE 1 verlangt von Unternehmen, über ihre bezahlten familienbezogenen Freistellungsregelungen für Mitarbeiter und Arbeitnehmer mit familiären Verpflichtungen zu berichten. Wichtige Neuerungen umfassen:

  • Erweiterter Umfang der Familienfreistellung: Unternehmen müssen nun über Mutterschafts-, Vaterschafts- und Pflegefreistellungen berichten und berücksichtigen dabei ein breiteres Verständnis von Familienfreistellung über den reinen Mutterschaftsurlaub hinaus.
  • Förderung der Teilnahme: Organisationen sollen darlegen, wie sie sowohl Mitarbeiter als auch Nicht-Mitarbeiter ermutigen, bei Bedarf Freistellung in Anspruch zu nehmen, was einen inklusiven Ansatz für familiäre Verpflichtungen bietet.
  • Unterstützungsstrukturen: Der Standard verlangt von Unternehmen, Richtlinien zu flexiblen Arbeitszeiten, Pausen fürs Stillen und Abpumpen sowie arbeitgeberunterstützte Kinderbetreuung detailliert darzulegen.

Diese Überarbeitungen signalisieren eine Verschiebung hin zu inklusiveren und unterstützenden familienbezogenen Freistellungsregelungen, die Organisationen dabei helfen, die familiären Verpflichtungen ihrer Mitarbeiter besser zu unterstützen – unabhängig von Geschlecht oder Beschäftigungsstatus.

Berichterstattung zu Mutterschafts-, Vaterschafts- und Elternzeit (Offenlegung PARE 2)

Offenlegung PARE 2 verlangt von Organisationen die Berichterstattung über:

  • Der Prozentsatz der Arbeitnehmer, die Anspruch auf bezahlten Urlaub für jede Art von Urlaub haben (Mutterschafts-, Vaterschafts- und Elternzeit), zusammen mit der durchschnittlichen Anzahl der Wochen, die für jede Urlaubsart genommen wurden.
  • Für jeden bedeutenden Betriebsstandort müssen Unternehmen die Bindungsquoten der Mitarbeiter berichten, die nach der Elternzeit an den Arbeitsplatz zurückkehren, und ob diese mindestens 12 Monate nach ihrer Rückkehr weiterhin beschäftigt sind.

Diese Offenlegung konzentriert sich auf die Mitarbeiterbindung und Karriereentwicklung nach der Elternzeit, wobei der Dauer des genommenen Urlaubs weniger Gewicht beigemessen wird und mehr der langfristige Einfluss auf die Karriere der Mitarbeiter im Vordergrund steht.

Fazit: Verbesserung der Berichtserstattung im Arbeitsbereich für mehr Transparenz und Wirkung

Die Aktualisierungen der GRI Labour Topic Standards führen klarere Richtlinien ein, wie Organisationen über Aus- und Weiterbildung sowie über familienbezogene Verpflichtungspolitiken berichten sollen. Diese Überarbeitungen zielen darauf ab, die Transparenz und Effektivität der Berichterstattung zu verbessern, indem der Fokus darauf liegt, wie Organisationen ihre Mitarbeiter besser unterstützen und die Wirkung ihrer Initiativen messen können.

Diese Überarbeitungen helfen Organisationen, über grundlegende Teilnahmekennzahlen hinauszugehen und sich auf aussagekräftige Ergebnisse zu konzentrieren, die den tatsächlichen Einfluss ihrer Politiken belegen können. Das Ziel ist es, die Arbeitsberichterstattung transparenter, relevanter und an aktuelle Trends der Arbeitsplatzinklusion und Mitarbeiterunterstützung anzupassen.

Darüber hinaus sind die folgenden GRI Topic Standards ebenfalls für eine Überarbeitung vorgesehen, deren Veröffentlichung für 2026 erwartet wird: GRI 202: Market Presence 2016, GRI 402: Labor/Management Relations 2016, GRI 405: Diversity and Equal Opportunity 2016, GRI 407: Freedom of Association and Collective Bargaining 2016, GRI 408: Child Labor 2016 und GRI 409: Forced or Compulsory Labor 2016.

Diese Aktualisierungen stellen einen bedeutenden Schritt hin zu einer inklusiveren und wirkungsorientierten Arbeitsberichterstattung dar und unterstützen Organisationen dabei, eine stärkere Rechenschaftspflicht für ihre Beiträge zur sozialen Nachhaltigkeit und zum Wohlergehen der Mitarbeiter zu übernehmen.

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