EZB fördert Integration von Klima und Natur nach Abschluss des Plans 2024-2025
Klimawandel und Naturzerstörung gewinnen für Zentralbanken weiterhin an Bedeutung als Faktoren, die wirtschaftliche Bedingungen und finanzielle Risiken beeinflussen. In diesem Zusammenhang hat die Europäische Zentralbank schrittweise Klima- und Naturüberlegungen in ihren politischen Rahmen und ihre Aufsichtstätigkeiten integriert.

Am 16. Januar 2026 gab die Europäische Zentralbank (EZB) bekannt, dass sie die Umsetzung ihres Klima- und Naturplans 2024-2025 abgeschlossen habe und erläuterte, wie weiterhin mit Klimawandel und Naturzerstörung im Rahmen ihres Mandats umgegangen werde. Die Ankündigung bestätigt, dass Klima- und Naturüberlegungen in die regulären Aktivitäten der EZB eingebettet und nicht als eigenständige Initiativen behandelt werden.
Die EZB bekräftigte, dass Klimawandel und Naturzerstörung Wirtschaft und Finanzsystem beeinflussen und daher Auswirkungen auf Preisstabilität und finanzielle Risiken haben. Folglich werden diese Faktoren nun systematisch in die analytische Arbeit, die Umsetzung der Politik sowie in interne Abläufe der EZB einbezogen.
Umsetzung des Klima- und Naturplans 2024-2025
Der Klima- und Naturplan 2024-2025, veröffentlicht im Januar 2024, definierte einen Rahmen zur Ausweitung bestehender klimabezogener Maßnahmen und zur Erkundung von drei Schwerpunktbereichen über den Zweijahreszeitraum. Laut EZB wurde der Plan inzwischen wie vorgesehen umgesetzt. Klima- und Naturrisiken wurden in makroökonomische Analysen, geldpolitische Überlegungen, Bankenaufsicht und Bewertungen zur Finanzstabilität integriert.
Die EZB bestätigte zudem, dass klimabezogene Elemente in ihren Sicherheitenrahmen und das Bilanzmanagement aufgenommen wurden. Parallel wurde die Arbeit an der Verbesserung klimabezogener Daten, der Entwicklung analytischer Instrumente und der Verringerung des ökologischen Fußabdrucks der eigenen EZB-Aktivitäten und nicht geldpolitischer Portfolios fortgesetzt.
Schwerpunktbereiche, die die Arbeit der EZB leiten
Der abgeschlossene Plan war um drei Schwerpunktbereiche strukturiert, die für die fortlaufende Arbeit der EZB relevant bleiben. Der erste Schwerpunkt betrifft die Steuerung der Transition zu einer grünen Wirtschaft. Dazu gehört die Analyse des Fortschritts der Transition, die Bewertung damit verbundener wirtschaftlicher und finanzieller Risiken sowie das Verständnis der für die Transformation erforderlichen Investitionsströme.
Der zweite Schwerpunkt befasst sich mit der zunehmenden physischen Auswirkung des Klimawandels. Die EZB hat versucht, ihr Verständnis dafür zu verbessern, wie extreme Wetterereignisse und Anpassungsbedarfe des Klimas makroökonomische Variablen und das Finanzsystem beeinflussen.
Der dritte Schwerpunkt betrifft die Weiterentwicklung der Arbeit zu naturbezogenen Risiken. Die EZB erkennt an, dass Naturverlust und -zerstörung eng mit dem Klimawandel verbunden sind und zu finanziellen Risiken führen können. Daher wurden weitere Analysen vorgenommen, um die Auswirkungen des Biodiversitätsverlusts und der Ökosystemdegradation auf Geldpolitik und Finanzstabilität besser beurteilen zu können.
Auswirkungen für Banken und Aufsicht
In seiner Ankündigung im Januar 2026 bestätigte die ECB, dass künftige Arbeiten eine engere Betrachtung der Art und Weise, wie Banken mit klimabezogenen und umweltbezogenen Risiken umgehen, umfassen werden. Dies beinhaltet eine verstärkte Überwachung der aufsichtsrechtlichen Übergangspläne der Banken und eine tiefere Bewertung der physischen Klimarisiken im Rahmen des Aufsichtsprozesses.
Klima- und Umweltrisiken bleiben eine aufsichtsrechtliche Priorität und spiegeln die Auffassung der ECB wider, dass diese Risiken die Widerstandsfähigkeit der Banken und die Stabilität des Finanzsystems beeinträchtigen können. Die ECB gab an, dass sie weiterhin solche Risiken in aufsichtsrechtliche Rahmenwerke integrieren und gleichzeitig verbesserte klimabezogene Offenlegungen unterstützen wird.
Ausblick
Die ECB betonte, dass ihre Arbeit zu Klima und Natur weiterhin im Einklang mit ihrem Mandat weiterentwickelt wird. Nachdem Klima- und Naturaspekte in ihre Kernprozesse integriert wurden, wird die ECB auf den unter dem Plan 2024–2025 geschaffenen analytischen Grundlagen aufbauen.