EU-Plattform für nachhaltige Finanzen stellt Vorschläge zur Vereinfachung und Erweiterung der EU-Taxonomie vor
Im Januar 2025 hat die Plattform für nachhaltige Finanzen (PSF), eine von der Europäischen Kommission eingesetzte Expertengruppe, ein Konsultationspapier veröffentlicht, das Aktualisierungen der EU-Taxonomie vorschlägt. Das Dokument beschreibt Bemühungen zur Vereinfachung und Erweiterung des Klassifizierungssystems zur Identifikation nachhaltiger wirtschaftlicher Aktivitäten. Die vorgeschlagenen Aktualisierungen zielen darauf ab, die Nutzbarkeit der Taxonomie zu verbessern, mit Schwerpunkt auf neuen Aktivitäten wie digitalen Lösungen sowie dem Abbau von Lithium, Nickel und Kupfer.

Im Januar 2025 hat die Plattform für nachhaltige Finanzen (PSF), eine von der Europäischen Kommission eingesetzte Expertengruppe zur Beratung in Fragen nachhaltiger Finanzpolitik, ein neues Konsultationspapier veröffentlicht, das vorgeschlagene Aktualisierungen der EU-Taxonomie detailliert darstellt. Diese Vorschläge zielen darauf ab, das Klassifizierungssystem zur Identifikation nachhaltiger wirtschaftlicher Aktivitäten zu vereinfachen und zu erweitern. Das Konsultationspapier enthält wesentliche Empfehlungen und lädt Stakeholder ein, Rückmeldungen zu den vorgeschlagenen Änderungen abzugeben.
Um mehr zu erfahren, klicken Sie hier, um auf den Entwurfsbericht und die Konsultation zuzugreifen.
Zweck der EU-Taxonomie und Mandat der Plattform
Die EU-Taxonomie ist Teil des EU-Aktionsplans für nachhaltige Finanzen und bietet einen Rahmen zur Kategorisierung wirtschaftlicher Aktivitäten, die zu mindestens einem von sechs Umweltzielen beitragen, dabei jedoch sicherstellen, dass sie den anderen Zielen keinen erheblichen Schaden zufügen (DNSH - Do No Significant Harm). Zu diesen Zielen zählen Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Schutz der Wasserressourcen, Übergang zur Kreislaufwirtschaft, Schadstoffvermeidung und Erhalt der Biodiversität.
Im Rahmen ihres aktuellen Mandats ist die PSF damit beauftragt, die technischen Screening-Kriterien für Aktivitäten, die im Klima-Delegierten Rechtsakt (DA) aufgenommen sind und der 2022 in Kraft getreten ist, zu überprüfen. Diese Überprüfung legt einen Schwerpunkt auf Übergangsaktivitäten, die gemäß der Taxonomie-Verordnung alle drei Jahre überprüft werden. Der Bericht der PSF beschreibt außerdem die Entwicklung neuer technischer Kriterien für Aktivitäten, die substanziell zu mindestens einem der Umweltziele der Taxonomie beitragen.
Wesentliche Elemente des Berichts
Der neue Entwurfsbericht der PSF enthält Empfehlungen zur Verbesserung der Nutzbarkeit und zur Erweiterung des Anwendungsbereichs der Taxonomie. Der Bericht spiegelt eine umfassende Konsultation mit Stakeholdern wider, darunter Unternehmen, die den Wunsch nach einer einfacheren Anwendung der DNSH-Kriterien sowie nach einer Ausweitung der Aktivitäten innerhalb der Taxonomie geäußert haben. Zusätzlich konzentriert sich die PSF darauf, die Nutzbarkeit der DNSH-Kriterien für neue Aktivitäten zu verbessern und prüft die bestehenden Kriterien im Klima-Delegierten Rechtsakt eingehend.
Der Bericht schlägt die Einbeziehung neuer Aktivitäten in die Taxonomie vor, wie digitale Lösungen und Dienstleistungen sowie den Abbau und die Verhüttung von Lithium, Nickel und Kupfer.
Empfehlungen für Schlüsselsektoren
Der Bericht enthält mehrere Empfehlungen zur Verbesserung der Umsetzung der EU-Taxonomie, darunter:
- Verbesserung der Anwendbarkeit der Kriterien zur Anpassung an den Klimawandel;
- Harmonisierung von Aktivitätstiteln und -beschreibungen für eine bessere Konsistenz zwischen den Zielen der Minderung und Anpassung;
- Überprüfung und Aktualisierung der DNSH-Kriterien basierend auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und technologischen Entwicklungen;
- Behebung von Inkonsistenzen bei DNSH-Kriterien für spezifische Aktivitäten;
- Vorschläge für neue Aktivitäten, die wesentliche Beiträge zu allen vier Zielen des Environmental Delegated Act leisten, wie digitale Lösungen, Bergbau sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
Zusätzlich zu den vorgeschlagenen Aktualisierungen wies das PSF auf Nutzbarkeitsprobleme bei der Taxonomie hin, insbesondere bezüglich der DNSH-Kriterien. Ein im Februar 2024 veröffentlichter Bericht bewertete, wie Stakeholder, einschließlich Unternehmen und Finanzinstitutionen, mit der Taxonomie interagieren und identifizierte DNSH als ein großes Hindernis. Basierend auf diesen Erkenntnissen empfiehlt das PSF, diese Kriterien zu klären und anwendbarer für Aktivitäten außerhalb der EU zu gestalten, um einen reibungsloseren und effizienteren Berichtsprozess in der Zukunft zu gewährleisten.
Schlussfolgerungen und Implikationen für Unternehmen
Die vorgeschlagenen Aktualisierungen sollen ein effizienteres und transparenteres Berichterstattungssystem für Unternehmen schaffen, mit verbessertem Zugang zu zuverlässigen, vergleichbaren Daten. Unternehmen können profitieren von:
- Verbessertem Investorenvertrauen: Erhöhte Datenzugänglichkeit stärkt die Beziehungen zu Investoren;
- Betrieblicher Effizienz: Harmonisierte Rahmenwerke reduzieren Doppelarbeit und vereinfachen die Einhaltung von Vorschriften;
- Marktkompetitivität: Frühe Umsetzung der aktualisierten Standards verschafft einen Wettbewerbsvorteil im Bereich Nachhaltigkeit und Transparenz.
Obwohl bei der Umsetzung der neuen Standards Herausforderungen auftreten können, bietet der vom PSF skizzierte schrittweise Implementierungsplan einen strukturierten Ansatz, um Unternehmen beim reibungslosen Übergang zu unterstützen.
Durch die Verfeinerung der Taxonomie und die Behebung zentraler Nutzbarkeitsprobleme bekräftigt die EU ihr Engagement für nachhaltige Finanzen und schafft einen klareren Weg für Unternehmen, ihre Aktivitäten an den Umweltzielen auszurichten.