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02 Sep 2024
Nachrichten

EFRAG veröffentlicht XBRL-Taxonomie für ESRS Satz 1: Ein wichtiger Schritt hin zu standardisiertem ESG-Berichtswesen

EFRAG hat eine digitale Taxonomie für ESRS Satz 1 entwickelt, die im Juli 2023 im Rahmen des delegierten Rechtsakts der Europäischen Kommission (EC) verabschiedet wurde. Hauptziel der Taxonomie ist es, Unternehmen bei der Erstellung digitaler Nachhaltigkeitsberichte zu unterstützen und den Datenanwendern, darunter Analysten und Informationsanbieter, zu helfen.

Die Taxonomie wurde auf Grundlage des europäischen Rechtsrahmens entwickelt, einschließlich der Bilanzrichtlinie (2013/34/EU) und deren Änderungen durch die Richtlinie über Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD).

Die ESRS Satz 1 Taxonomie ist ein robustes Werkzeug zur Standardisierung der ESG-Berichterstattung und gewährleistet Konsistenz sowie Vergleichbarkeit der Daten über Branchen hinweg. Ihre Grundlage bilden die Strukturen und Prinzipien des European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG). Diese Taxonomie bietet Unternehmen eine effiziente Möglichkeit, ihre Nachhaltigkeitsdaten digital zu organisieren und offenzulegen, was Transparenz und Verantwortung fördert.

Die XBRL-Taxonomie und ESRS-Integration

Die Taxonomie besteht aus einer Reihe von XBRL-Elementen (auch Konzepte oder Tags genannt), die in einem menschenlesbaren Inline-XBRL-Bericht markiert werden können. Das Tagging ermöglicht die Identifikation, Navigation und Extraktion digitaler Angaben (Fakten). Neben den Definitionen quantitativer (numerischer) und qualitativer (narrativer) XBRL-Elemente, die ESRS-Datenpunkte abbilden, enthält die ESRS XBRL-Taxonomie Dimensionen (auch Achsen genannt) zur Detaillierung der Angaben mit Dimensionsmitgliedern.

Die Strukturierung digitaler Berichte umfasst:

  • Die Taxonomie verwendet explizite Dimensionen (z. B. Land, Geschlecht, Treibhausgaskategorie), die vordefinierte Elementlisten (Mitglieder) sind.
  • Sie beinhaltet außerdem typisierte Dimensionen (z. B. geografischer Bereich, Politikkennung, Zielkennung, operatives Segment), die unternehmensspezifisch sind und bei der Erstellung digitaler Berichte definiert werden müssen.

Jedes berichtspflichtige XBRL-Element verfügt über entsprechende Attribute wie Periodentyp (Stichtag/Zeitraum) und Datenart (z. B. monetär, Prozentsatz, Volumen, Treibhausgasemissionen, Textblock). Darüber hinaus enthält die Referenzlinkbase für jedes Element einen Verweis auf ESRS, DR und Paragraphennummer sowie gegebenenfalls Referenzen auf andere Standards oder EU-Gesetzgebung.

Das XBRL-Element wird durch seinen technischen Namen identifiziert und mit einer kurzen Beschreibung (Labels) versehen. EFRAG stellt die ESRS Satz 1 XBRL-Taxonomie-Labels ausschließlich in englischer Sprache bereit, wobei ESMA Entwürfe der RTS in Englisch erstellt, die der EC zur Annahme und Veröffentlichung vorgelegt werden.

Vorteile des XBRL-Formats

Die Wahl von XBRL als Standard für die digitale Berichterstattung beruht auf seiner globalen Anerkennung, der Kompatibilität mit ESEF und seiner Flexibilität.

Das Format ermöglicht:

  • Datenvisualisierung in Webbrowsern (z. B. Chrome, Firefox).
  • Erstellung benutzerfreundlicher Tabellen basierend auf strukturierten Daten.
  • Integration von Nachhaltigkeitsberichten mit der Finanzberichterstattung.

Abbildungen und Beispiele

Im Rahmen der Veröffentlichung hat EFRAG vorbereitet:

  • Anwendungshinweise — Darstellung bewährter Praktiken für Unternehmen bei der Implementierung der Taxonomie.
  • Illustrative XBRL-Berichte — Beispielberichte mit Testdaten, die die korrekte Verwendung der Kennzeichnung demonstrieren.

Diese Materialien sind nicht bindend, können aber für Schulungs- und Testzwecke verwendet werden.

Nächste Schritte

Nach der Veröffentlichung der Taxonomie wird ESMA endgültige Kennzeichnungsregeln erarbeiten, die von der Europäischen Kommission übernommen werden. Die verpflichtende Umsetzung soll mit den Nachhaltigkeitsberichten für das Geschäftsjahr 2024 beginnen.

Fazit

Die ESRS Set 1-Taxonomie stellt einen bedeutenden Schritt zur Digitalisierung der Nachhaltigkeitsberichterstattung in der EU dar. Ihre Anwendung wird Transparenz gewährleisten, die Datenanalyse erleichtern und mit den sich entwickelnden Nachhaltigkeitsanforderungen in Einklang stehen.

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