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21 Jan 2025
Nachrichten

Unternehmensklimaaktionen: CDP-Bericht identifiziert wesentliche Lücken

Im Jahr 2025 veröffentlichte CDP in Zusammenarbeit mit Oliver Wyman und dem World Economic Forum einen Bericht zur Bewertung des Fortschritts von Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass zwar einige Unternehmen Fortschritte machen, aber bedeutende Lücken bei der Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsmodelle und der Erreichung von Klimazielen bestehen.


Um den Fortschritt bei der Integration von Nachhaltigkeitsprinzipien in Unternehmen zu bewerten, führte CDP in Zusammenarbeit mit Oliver Wyman und dem World Economic Forum 2025 die Corporate Health Check-Studie durch. Diese Studie bewertet klimaspezifische und naturbezogene Aktivitäten von Unternehmen anhand von Daten aus der Veröffentlichung „The State of Nature and Climate“. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der von einigen Unternehmen erzielten Fortschritte die Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsmodelle und die Erreichung von Klimazielen weiterhin große Herausforderungen darstellen.

Zentrale Erkenntnisse des Berichts 2025

Der Corporate Health Check-Bericht 2025 beleuchtet die Lücken in den unternehmerischen Nachhaltigkeitsbemühungen. Diese Übersicht geht auf die wichtigsten Ergebnisse des Berichts ein und liefert Erkenntnisse für Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsleistung verbessern möchten.

Mangel an Ambition

Nur 10 % der Unternehmen integrieren umfassend erdpositive Entscheidungsprozesse über alle Geschäftsbereiche hinweg, während die Mehrheit sowohl hinsichtlich der Regulierung als auch der Bedürfnisse des Planeten zurückbleibt. Etwa 17 % der gesamten Marktkapitalisierung entfallen auf die höheren Stufen (3 und 4), was minimale Fortschritte in Bereichen wie Klima und Natur anzeigt.

Der Corporate Health Check 2025 von CDP zeigt, dass fast die Hälfte (49 %) der analysierten Unternehmen nur die Mindestanforderungen (Stufe 2) erfüllen. Diese umfassen grundlegende Emissionsoffenlegungen, Zielsetzungen sowie eine gewisse Integration des Klimawandels in Governance und Strategie. Dennoch ist bedeutender Fortschritt erforderlich, damit viele Unternehmen den strengeren Vorschriften und Erwartungen der Stufen 3 und 4 gerecht werden.


Quelle: CDP-Bericht 2025 Corporate Health Check


Der Corporate Health Check-Bericht kategorisiert Unternehmen in vier Stufen:

  • Stufe 1 (Rückstand): Keine oder eingeschränkte Offenlegung von Emissionen, mangelhafte Governance und fehlende Integration von Klima oder Natur in die Geschäftsstrategie;
  • Stufe 2 (Mindestanforderungen erfüllen): Offenlegung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen, erste Klimarisikobewertungen und grundlegende Fortschritte bei Zielsetzungen;
  • Stufe 3 (Ambition zeigen): Vollständige Offenlegung von Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, Zielsetzungen, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken, stärkere Governance und positive Fortschritte bei Klima- und Naturschutzzielen;
  • Ebene 4 (Veränderungen kartieren): Umfassende Offenlegung der Scope 1-, 2- und 3-Emissionen, Netto-Null- oder SBTi-anerkannte Klimaziele, Integration von Klima und Natur in Geschäftsstrategien sowie Fortschritte auf dem vorgesehenen Weg.

Offenlegung von Emissionen und Ziele für die Natur

Obwohl es erhebliche Fortschritte bei der Emissionstransparenz gibt, bestehen weiterhin kritische Lücken. Beispielsweise geben 79 % der Unternehmen ihre Scope 3-Emissionen (aus ihrer Wertschöpfungskette) an, aber 45 % berichten immer noch nicht über ihre wichtigsten Scope 3-Kategorien. Ebenso hinken die Offenlegungen zu naturbezogenen Themen wie Wasser und Wald hinterher, obwohl diese für viele Branchen wesentliche Anliegen sind.


Quelle: CDP-Bericht 2025 Corporate Health Check


Vom Transparenzstadium zur Handlung übergehen

Die Kluft zwischen Transparenz und Handlung bleibt groß. Nur 35 % der Unternehmen befinden sich auf Kurs, ihre Emissionsreduktionsziele zu erreichen. Regional führt Europa mit 46 %, während andere Regionen wie Nordamerika und Asien weniger Fortschritte zeigen. In Bezug auf naturbezogene Ziele machen nur 22 % der Unternehmen Fortschritte bei wasserbezogenen Zielen und nur 15 % bei Waldzielen.

Vier wesentliche Hebel für Veränderung

Vorreiter im Bericht — jene, die sich auf den Ebenen 3 und 4 weiterentwickeln — nutzen vier Schlüsselstrategien, um Veränderungen voranzutreiben:

  1. Erstellung eines klimafreundlichen Übergangsplans mit 1,5 °C Ausrichtung: 64 % der Vorreiter haben solche Pläne etabliert, verglichen mit nur 36 % der übrigen Unternehmen;
  2. Implementierung einer internen CO2-Bepreisung: 40 % der Vorreiter setzen eine interne Bepreisung von CO2 um, verglichen mit nur 20 % der anderen;
  3. Verknüpfung der Vergütung der Geschäftsführung mit Umweltzielen: 80 % der Vorreiter richten Managementanreize an Klimaschutzmaßnahmen aus, gegenüber 48 % der übrigen Unternehmen;
  4. Einbindung entlang der Wertschöpfungskette: 87 % der Vorreiter binden ihre Lieferanten und Kunden bei Emissionsreduktionen und naturbezogenen Themen ein, weit mehr als die 62 % der anderen.

Profit und Nachhaltigkeit

Die Beziehung zwischen Nachhaltigkeit und finanzieller Leistung ist differenzierter als oft angenommen. Unternehmen, die ihre Emissionsreduktionsziele erreichen, verzeichnen ähnliches Marktkapitalwachstum wie jene, die ihre Ziele nicht erfüllen. In einigen Sektoren, wie Transport und Bekleidung, haben nachhaltigkeitsfokussierte Unternehmen sogar ihre Wettbewerber beim Marktwachstum übertroffen. Unternehmen in emissionsintensiven Branchen wie Energie und Materialien hinken dagegen hinterher, da fossile Brennstoffe aufgrund der aktuellen Marktbedingungen weiterhin attraktivere Investitionen darstellen.

Fazit des Berichts

Die CDP Corporate Health Check zeigt, dass Nachhaltigkeitsbemühungen nicht zwangsläufig auf Kosten der finanziellen Leistung gehen. Unternehmen, die beim Klima- und Naturschutz vorangehen, treiben den Wandel voran, doch viele weitere müssen nachziehen. Auch politische Entscheidungsträger müssen Unterstützung leisten, um den Übergang zu beschleunigen.

Wie im Bericht hervorgehoben wird, ist die Ausrichtung der Klima- und Naturschutzziele an den Geschäftsstrategien von entscheidender Bedeutung. Nachhaltigkeitsführer, die Umweltaspekte in Governance und Strategie integrieren, können langfristigen Erfolg fördern – sowohl für den Planeten als auch für ihre Geschäftsergebnisse.


Quelle: CDP-Bericht 2025 Corporate Health Check


Strategische Ansätze zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele

Um echten Fortschritt zu erzielen, müssen Unternehmen klare, wissenschaftlich fundierte Ziele zur Reduzierung ihrer Auswirkungen auf Klima und Natur setzen, die mit internationalen Standards übereinstimmen. Nachhaltigkeit muss auf allen Ebenen der Unternehmensführung integriert werden, von den Aufsichtsgremien bis hin zu den täglichen Abläufen.

Darüber hinaus müssen Organisationen finanzielle Anreize entwickeln, etwa durch die Verknüpfung der Vergütung von Führungskräften mit Nachhaltigkeitszielen, und die Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen zur Schaffung eines unterstützenden regulatorischen Rahmens stärken. Eine erhöhte Transparenz, die Standardisierung der Berichterstattung und die Implementierung von Instrumenten zur Messung und Überwachung des Fortschritts sind ebenfalls entscheidende Schritte. Diese Maßnahmen ermöglichen es Unternehmen, die aktuellen Erwartungen zu erfüllen und sich als Vorreiter in der Nachhaltigkeit zu positionieren, wodurch ihre Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und das Vertrauen der Stakeholder erhalten wird.

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